Forschung vor der Haustür: Bio-LK im Bresgespark

Am Dienstag, dem 7. Juli 2026, tauschte der Q1-Biologie-Leistungskurs das Klassenzimmer gegen Gummistiefel und Kescher: Im Bresgespark in Mönchengladbach untersuchten die 17 Schülerinnen und Schüler an zwei Standorten der dort renaturierten Niers die Gewässergüte des Flusses. Bei der Renaturierung werden Flüsse und Bäche wieder naturnäher gestaltet, beispielsweise durch die Aufwertung von Uferbereichen oder die Schaffung neuer Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Nachdem die verschiedenen Methoden zur Gewässerbewertung bereits im Unterricht behandelt worden waren, konnten diese nun direkt vor Ort angewendet werden. Dabei arbeiteten die Kursmitglieder wie echte Forscher nach dem naturwissenschaftlichen Erkenntnisweg: Ausgehend von einer Fragestellung formulierten sie zunächst Hypothesen (begründete Vermutungen) zu möglichen Unterschieden zwischen den beiden Messstellen. Anschließend wurden die Gewässer untersucht, die Ergebnisse dokumentiert und ausgewertet, bevor die aufgestellten Hypothesen anhand der gewonnenen Daten überprüft wurden. In drei Gruppen erfassten die Schülerinnen und Schüler die biologische, chemisch-physikalische und strukturelle Gewässergüte mit Hilfe von Bewertungsskalen und Dokumentationstabellen. Dabei wurden Wasserproben untersucht, Uferbereiche bewertet und mit Keschern nach Organismen im Wasser gesucht, die anschließend bestimmt wurden.

Die Untersuchungen zeigten leichte Unterschiede zwischen den beiden Messstellen: Während die Gewässerstrukturgüte im südlichen Bereich eher mäßig ausfiel, wurde der nördliche Standort besser bewertet. Die chemisch-physikalischen Werte waren weitgehend ähnlich, lediglich der Phosphatwert war im Süden etwas erhöht. Die Schülerinnen und Schüler vermuteten, dass dies unter anderem mit der Lage der Messstelle zusammenhängen könnte, da sich diese näher an einer Straße befand und vor Ort mehr Verschmutzungen durch menschliche Aktivitäten, beispielsweise liegengebliebenen Müll, zu beobachten waren. Bei der Suche nach Wasserorganismen wurden zwar nur wenige Arten gefunden, darunter jedoch einige typische Fliegenlarven.

Die Exkursion bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die im Unterricht erlernten Methoden zur Gewässeruntersuchung selbst anzuwenden und die ökologische Qualität der Niers vor Ort zu untersuchen. Dabei konnten sie praktische Erfahrungen sammeln und die theoretischen Inhalte aus dem Unterricht an einem regionalen Beispiel nachvollziehen. Die Arbeit direkt am und im Wasser machte die Untersuchungen besonders anschaulich und sorgte zwischendurch zudem für eine angenehme Erfrischung.

Rebecca Pubanz